Wirtschaft mit drin
Pilotprojekt zur Kosteneinsparung
Munster/Letzlingen.
Der früher von den Truppen der Sowjetunion genutzte Truppenübungsplatz
Altmark wurde 1992 von der Bundeswehr übernommen und ausschließlich
für das Gefechtsübungszentrum des Heeres vorgesehen. Nach längeren
Verhandlungen hinsichtlich einer zivilen Nutzung der Colbitz-Letzlinger
Heide bestand die Einigung in der Abgabe des Südteils des Platzes.
Dort steht unter anderem der größte zusammenhängende Lindenwald
Europas.
Zur Räumung des Geländes
von alter Munition und Blindgängern, die hauptsächlich von den
russischen Truppen stammen, aber teilweise auch noch aus den Zeiten vor
den zwei Weltkriegen, werden umfangreiche Entsorgungsmaßnahmen durchgeführt.
Zum Betrieb des Gefechtsübungszentrums
entsteht bei Letzlingen eine neue Kasernenanlage. Die gesamten technischen
Einrichtungen des Gefechtsübungszentrums und die für den spezifischen
Ausbildungsbetrieb erforderlichen Gebäude, die Funkbetriebsanlagen
sowie die für ihre Anbindung erforderlichen 20 Kilovolt - Mittelspannungsversorgungen
und Lichtwellenleiterkabel werden durch ein Konsortium der Firmen STN ATLAS,
DaimlerChrysler Aerospace Dornier und Diehl erstellt.
Der Einsatzzeitraum des
Gefechtsübungszentrums soll sich über dreißig Jahre erstrecken.
Das Vorhaben gehört zu den Pilotprojekten der Bundeswehr, die aufgrund
des im Dezember des vergangenen Jahres geschlossenen Rahmenvertrages zum
wirtschaftlicheren und kostensparenden Betrieb der Bundeswehr durch die
Industrie ausgewählt wurden. Diese Beschlußlage ändert
radikal die bisherigen Vorgehensweisen bei der Materialbewirtschaftung
und Logistik und stellt die Arbeit von diversen Amtsstellen der Bundeswehr
in Frage. Hinsichtlich des Gefechtsübungszentrums muß jedoch
erwähnt werden, daß die erste Ausbaustufe schon industriell
betrieben wurde. Der Vertrag mit einer eigens vom genannten Konsortium
gegründeten Gesellschaft zur Sicherstellung des Betriebes der Hauptausbaustufe
ab Januar 2001 soll Ende Juni im Haushaltsausschuß des Bundes verabschiedet
werden. Der Bund läßt sich das gesamte Vorhaben, inklusive der
Aufarbeitung des Truppenübungsplatzgeländes, mehr als eine Milliarde
Mark kosten.
Bremen, im November 2002